Aktive Kampagne
MEDIENMITTEILUNG | ZUR SOFORTIGEN VERÖFFENTLICHUNG · 1. Juni 2026
«Ist das FAIR ? »
Neue Kampagne zur Unterstützung des Schweizer Weinbaus, der Regionen und einer fairen Marktdarstellung
Die Schweiz hat einen reichen Weinbau — vielfältig, qualitätsvoll, verwurzelt in ihren Regionen. Und dennoch stellen sich heute viele Winzerinnen, Konsumenten und Regionen-vertreter eine einfache Frage: Werden die Spielregeln im Weinmarkt noch fair gespielt?
Diese Woche lanciert eine neue nationale Kampagne in der Schweiz — mit einer einfachen, aber gewichtigen Frage: «Ist das FAIR?» Diese Initiative ist von der Basis, von Winzerinnen und Winzer, in ländlichen Regionen und wird unterstützt von vielen, die sich für eine faire Sichtbarkeit des Schweizer Weins auf dem heimischen Markt einsetzen. Die Kampagne ist eine Einladung zum Nachdenken — über Fairness, Transparenz und Nachhaltigkeit.
Woher kommt diese Frage?
Der Schweizer Weinmarkt hat sich in den letzten Jahren spürbar verändert. Immer günstigere Importweine drängen auf den Markt — Produkte, die oft unter anderen regulatorischen Bedingungen hergestellt werden als einheimische Weine. Das schafft ein Ungleichgewicht, das sich im Regal, auf der Weinkarte und in der (Un-)Wirtschaftlichkeit der Betriebe bemerkbar macht.
Die Kampagne greift diese Entwicklung auf — Ihr Ziel ist: strukturelle Ungleichgewichte sichtbar zu machen und eine offene, sachliche nationale Debatte über Fairness, Transparenz und Nachhaltigkeit anzustossen.
Drei Fragen, die uns bewegen
Fairness
Konkrete Beweise deuten darauf hin, dass Händler an importierten Weinen deutlich höhere Margen erzielen als an Schweizer Weinen. Das beeinflusst, welche Produkte im Regal sichtbar sind — oft unabhängig von Qualität oder Kundenwunsch.
«Die meisten Konsumentinnen und Konsumenten glauben, das Weinregal spiegle einfach die Nachfrage wider. Wenn Importweine aber deutlich höhere Margen – zum Teil bis zu 1'000 % - generieren, finden wir es berechtigt zu fragen, ob der Markt wirklich auf ausgeglichener Basis funktioniert.» — ein Winzer
Transparenz
Wer entscheidet, was im Regal steht — und nach welchen Kriterien? Qualität, Kundenwunsch oder Marge? Diese Frage verdient eine ehrliche Antwort.
Konsumentinnen und Konsumenten haben ein berechtigtes Interesse daran zu verstehen, wie die Auswahl an Weinen in Läden und Restaurants zustande kommt.
Nachhaltigkeit
Schweizer Weinberge leisten weit mehr als Weinproduktion. Sie erhalten Biodiversität, pflegen ikonische Kulturlandschaften, fördern den Tourismus und stärken regionale Wirtschaftskreisläufe — ein unverzichtbarer Teil der Schweizer Identität.
Lokale Produkte bedeuten kürzere Wege und mehr Kohärenz mit den Nachhaltigkeitszielen der Schweiz.
Die Bildsprache der Kampagne
Die Kampagne tritt erstmals am 1. Juni in Erscheinung — mit einer Serie eindrücklicher fotografischer Kulissen rund um Bern. Klassische Fahrzeuge durchqueren Weinbauregionen und tragen dabei die «Ist das FAIR?»-Botschaft durch die Landschaft.
Die Wahl klassischer Fahrzeuge ist bewusst: «Diese Fahrzeuge stehen für Kontinuität, Handwerk und Erbe — Werte, die viele Schweizer Weinbauregionen teilen», erklären die Organisatoren. «Wir wollten eine Bildsprache schaffen, die menschlich, geerdet und unverwechselbar schweizerisch wirkt — fernab von Konzernästhetik oder politischen Kampagnenmotiven.»
Was wir uns wünschen
Die Kampagne erhebt keine absoluten Ansprüche. Sie stellt Fragen — und hofft auf einen ehrlichen, konstruktiven Dialog zwischen Handel, Gastronomie, Politik und Konsumentinnen. Konkret wünschen wir uns:
- Mehr Sichtbarkeit für Schweizer Weine im Regal und auf der Weinkarte.
- Transparenz über die Kriterien bei Einkaufsentscheiden im Detailhandel.
- Einen Branchendialog über faire Margen- und Wettbewerbsbedingungen.
- Politische Anerkennung der Leistung, die Winzerinnen und Winzer für Landschaft und Gesellschaft erbringen.
- Mehr Kohärenz zwischen dem Bekenntnis zur Nachhaltigkeit und dem tatsächlichen Einkaufsverhalten.
- Eine Befragung der Konsumenten: Ist es fair, dass zur Bereicherung einiger weniger Grosshändler - mit enormen Gewinnen auf «Bulkwein-Importen» zum Teil auch unter Millionen Marketing-Beihilfe von EU-Fördergelder – der Weinbau unmittelbar stark abgebaut und um die Hälfte reduziert werden muss.
Zwei Stimmen aus der Praxis
«Wir stellen keine Forderungen. Wir stellen Fragen. Und wir laden alle ein, gemeinsam über die Antworten nachzudenken.»
«Wenn Weinberge verschwinden, verschwindet mehr als Wein. Unsere Landschaften pflegen sich nicht von selbst.»
Mitmachen und unterstützen
Die Kampagne «Ist das FAIR?» lebt von der Breite ihrer Unterstützung. Winzerinnen, Gastronomen, Konsumentinnen, Regionen und alle, denen die Zukunft des Schweizer Weins am Herzen liegt, sind herzlich eingeladen, sich anzuschliessen — als Unterzeichnende, Fördermitglieder oder einfach als aufmerksame Stimme in ihrem Umfeld.
Über SchweizerGrund.org
SchweizerGrund.org ist eine unabhängige Initiative zur Unterstützung einer fairen Marktdarstellung für Schweizer Produzenten und ihrer Produkte, einer nachhaltigen Landwirtschaft und der Erhaltung der Schweizer Kulturlandschaften. Die Initiative ist überparteilich und offen für alle Interessierten.
Medienkontakt
«Ist das FAIR?» — Fairness, Transparenz und Nachhaltigkeit für den Schweizer Wein und unsere Kulturlandschaft.
